GTLegends and friends

Siegerehrung

Oliver Kilian

Auch den Gentlemen's Cup haben wir jetzt hinter uns. Mit wunderschönen, aber eigenwillig zu fahrenden Klassikern haben wir die zehn Rennabende bestritten, dabei oft mehr gegen die Strecke als gegeneinander gekämpft und immer die beste Balance aus Topspeed und Ankommenschance gesucht. Meist ist das geglückt, aber die Wenigsten haben durchweg das Ziel gesehen. Dafür taugen wir jetzt garantiert als ganz passable Rallyefahrer, haben eine Menge fantastischer Landschaftsstrecken kennen gelernt, die sonst nirgendwo gefahren werden...

Die Fahrermeisterschaft....

.. holt sich jemand, dem das Erlernen und Meistern von schwierigen Strecken augenscheinlich im Blut liegt. Wer wie Daniel Plüss mit wachsender Begeisterung seine Trento-Bondone-Bestzeit optimiert, der wird auch mit Kursen wie der Isle of Man oder dem Schottenring keine großen Probleme haben. Doch gute Streckenkenntnis hin oder her - Dani hat mit dem Austin Healey Zeiten in den Asphaltgebrannt, die man so niemals von dem kleinen Wagen erwartet hätte - bei einer beeindruckend niedrigen Ausfallquote. Und dafür braucht es eine gehörige Portion fahrerisches Talent. Insofern, Dani, herzlichen Glückwunsch zum mit insgesamt mehr als verdienten Sieg!

Platz 2 geht an den vielleicht konstantesten Piloten im Feld. Mike Horn verpasste den Saisonauftakt, fuhr danach aber mit einer einzigen Ausnahme in jedem Rennen ins Ziel - und das immer extremweit vorne im Feld. Auf diesen Kursen ist das eine herausragende Leistung, die satten 509.3 Punkte sind die logische Folge. Hut ab - und herzlichen Glückwunsch, Mike!

Ein weiterer Strecken-Gourmet landete auf Platz 3. In dieser Saison bewies Sebastian Gerhart, dass er nicht nur klasse moderieren, sondern seinen eigentlich trägen Ferrari 250 SWB auch noch verdammt schnell durch die Landschaft bewegen kann. 493.8 Punkte lügen nicht. Bemerkenswert ist auch hier die extrem hohe Zieleinlaufquote mit nur einem Ausfall über die gesamte Saison hinweg, was zu einem Teil sicherlich der robusten Konstruktion des Ferraris zu verdanken ist, zum weitaus größeren Teil aber an Sebs immer wieder hervorragender Streckenkenntnis. Gratulation zum tollen Ergebnis!

Den vierten Platz gepachtet hat auch in dieser Serie Oliver Kilian mit insgesamt 459.6 Punkten. Haupthindernis waren hier die allzu häufigen Ausfälle im sensiblen Triumph GT6 und somit zwei am Ende nicht mehr durch Streichergebnisse kompensierte Nullrunden. Nach schnell kommt halt kaputt.

Geradezu lächerlich knapp dahinter kam der Mercedes- & Ferrari-Pilot Jan Müller ins Ziel. Mit 459.0 Punkten fehlen ihm nur 0,6 Zähler auf den nächstbesten Platz - und das, obwohl wir aufgrund technischer Schwierigkeiten gar nicht die Targa Florio, auf der Jan schier unglaubliche Zeiten in den Asphalt brannte, fahren konnten. Ganz stark, Jan - herzlichen Glückwunsch zu Platz 5!

Trotz gelegentlicher Motivationskrisen und der gemütlichen Fahrzeugzusammenstellung Mercedes & Healey fuhr Jochen "The Stigck" Richter robuste 433,5 Punkte und somit den 6. Platz ein - ein sehr gutes Ergebnis vor allem wenn man bedenkt, dass Jochen über die Saison hinweg vermutlich der Pilot mit der geringsten Trainingszeit pro Strecke war. Doch auch für ihn wurde am Ende die Anzahl der zur verfügung stehenden Streichergebnisse zu knapp.

Auch Frank Schuster rauschte nur um Haaresbreite an der nächstbesseren Platzierung vorbei. Mit insgesamt 432 Punkten fehlen ihm nur anderthalb Punkte auf Jochen. Frank war einer der schnellsten Piloten im Feld und im Ferrari immer an der absoluten Spitze dabei. Ein Ausfall zuviel und der 1,0er Multiplikator des Ferraris hinderten ihn an einem Spitzenplatz. Dennoch: ganz fantastisch gefahren, Frank! Herzlichen Glückwunsch!

Häufig nicht ganz glücklich mit dem Rennverlauf aber in der Endwertung doch sehr gut mit dabei ist Michel Groteclaes auf Platz 8. Dafür sorgte er mit seinem Durchhaltewillen, auch wenn es mal nicht so gut lief. Lediglich zwei Audfälle in der gesamten Saison sprechen eine klare Sprache. Und ja: dass Socke seinen Ferrari 250 GTO - wenn er erstmal Witterung nach vorne aufgenommen hatte -gefährlich zügig bewegen konnte, trägt sicherlich auch zu seinen insgesamt 387 Punkten bei. Gratulation, Socke!

Ein weiterer, sehr ausfallgeplagter Pilot war in dieser Saison Marcel Schümmer, der sich mit 384.2Punkten dicht hinter Socke platziert. Wie gewohnt glänzte er mir einer unkonventionellen Wagenwahl, wie sie abwechslungsreicher kaum sein könnte: auf der einen Seite der leistungsstarke, aber ohne Hafenschlepper praktisch nicht durch engere Kurvenpassagen zu bewegende Ferrari 250 SWB, auf der anderen Seite der kleine, drehmomentschwache Kurvenkratzer Triumph GT6. Vor allem im Italiener konnte er jedoch häufig für Überraschungen sorgen - und hat sich sein Kapitänspatent redlich verdient. Platz 9. Glückwunsch!

Die Top 10 vervollständigt Tobi Dede mit seinem Austin Healey, mit 372.4 Punkten nicht weit abgeschlagen. Auch er verfolgte konsequent die Ansicht, dass - solange noch mehr als zwei Räder am Wagen sind - gefälligst weiter gefahren wird - und war damit sehr erfolgreich! Gratulation zu diesem Kampfgeist und zum guten Ergebnis, Tobi!

Abermals mache ich nach den ersten zehn Piloten Schluss mit den einzel-Ehrungen, möchte mich aber bei allen weiteren Fahrern bedanken, die dieser Serie - allen Wiedrigkeiten zum Trotz - bis zumSchluss die Treue gehalten haben. Seien es nun zu viele Fehltage, sei es Pech auf der Strecke oder eigensinnige Hardware: ihr habt euch von nichts unterkriegen lassen und das Feld extrem bereichert. Und gerade bei derartig anspruchsvollen Strecken könnt ihr euch jetzt, nach der Saison, wirklich etwas darauf einbilden. Glückwunsch Leute!

Separat erwähnen muss ich jetzt aber doch nochmal Dominik Pieper, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Rekord ganz neuer Art aufzustellen und sich jetzt ganz offiziell Racersleague-Strafpunktemeister nennen darf. Mit geschickt durchdachten Wagenwechseln gelang es ihm, satte 195 Strafpunkte ganz ohne unfaire Fahrweise herauszuholen - das macht ihm so schnell niemand nach. Für den ursprünglich erhofften negativen Gesamtkontostand reichte es jedoch nicht - er war einfach zu gut. Daran könnte man noch arbeiten, Dom - ansonsten Gratulation zu dieser erfrischend anderen Leistung.

Nun wird es spannend. Auch in dieser Serie hatten wir wieder einen erfreulich hohen Anteil an im Team fahrenden Piloten. Doch welches Gentleman-Dou hat am Ende die Nase vorn?

Teamwertung

Nun ... mit gewaltigen 968.3 Punkten insgesamt und somit mehr als 87 Punkten Vorsprung auf die Zweitplatzierten haben wir einen eindeutigen Sieger. Mit zwei ebenso schnellen wie zuverlässigen Fahrern war es aber eigentlich auch kein Wunder, dass sich das SRSG Retro Team von Mike Horn und Jan Müller ganz an die Spitze setzt. Glückwunsch dazu!

Für eine schöne Überraschung sorgten die beiden Zweitplatzierten, Sebastian Gerhart und Michel Groteclaes vom Team 21. Mit konstant guten Leistungen sammelten sie 880.8 Gesamtpunkte an und wiesen damit so manchen Mitfavoriten gewaltig in die Schranken. Hut ab - und Glückwunsch!

Das Treppchen voll macht das Team mit dem ausgefallenen Namen Ein Duke kommt selten allein. Die beiden Fahrer Marcel Schümmer und Jochen Richter heimsten insgesamt 817.7Punkte ein und können so auf einen riesigen Vorsprung auf Position 4 zurückblicken. Ein souveränes Ergebnis, Gratulation!

Um Haaresbreite an der magischen 700-Punkte-Marke vorbei schrammten unsere Very British Motörheads, Daniel Plüss und Leo Kuhn. Mit einer dem Teamnamen entsprechend urbritischenWagenauswahl sammelten die beiden Schweizer genau 699.5 Zähler. Wenn das nicht knapp ist ... Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!

Auf Platz 5 kann das Zopf & Glatze-Racing Team um Tobi Dede und Gert Ackermann die Saison beenden. Mit robuster fahrerischer Leistung und viel guter Laune häuften sie beachtliche 663.4 Punkte auf ihrem Konto an. Gratulation dazu, macht weiter so!

Wie gewohnt mache ich nach 10 Fahrern bzw. 5 Teams Schluss mit den Einzelvorstellungen. Auch hier geht ein Riesengroßes Dankeschön an die übrigen 7 Teams. Ihr macht die Meisterschaft erst richtig bunt!

Namentlich sind die nachfolgenden Teams:

P6: HSK Sauerland Rennsport (Wolfgang Roller & Mike Roller) - 596.4 Punkte
P7: Burning Desire Racing Team (Peter Kilian & Mark Ackermann) - 592.3 Punkte
P8: Bond & der Beißer (Ramon Hofer & Oliver Kilian) - 458.6 Punkte
P9: Il Rosso Veloce (Frank Schuster & Detlef Preisig) - 432.0 Punkte
P10: Elbe-Donau Team (Lars Kuhlmann & Robert Kruppert) - 324.9 Punkte
P11: Team RTC (Jürgen Dost & Oliver Herz) - 225.7 Punkte
P12: One Man Show (Dominik Pieper) - 223.5 Punkte

Gratulation an alle Teams! Wieder einmal habt ihr es an vielen Stellen richtig spannend gemacht - ich sage nur P6 <-> P7 oder P11 <-> P12.