GTLegends and friends

Isle of Man

Marcel Schümmer

Na, Männer!
Ab jetzt wird die Saison lustig!
Wir befahren in dieser Woche ein Teilstück des Snaefell Mountain Course. Weniger motorsportaffinen bekannt als Isle of Man. Die IOM ist bekannt und berüchtigt durch ihre legendären und jährlichstattfindenden Motorradrennen. Wir sind mit unseren alten und wertvollen Schätzchen unterwegs die auch wieder unbeschadet in die Garage kommen möchten. Ich befürchte allerdings zum Bedauern der Gallerie Besitzer, dass dies bei fast keinem so geschehen wird. Auf den 24,7km ist in dieser Woche "Weniger" "Mehr". Zu viel möchte und kann ich auch nicht auf diese Strecke eingehen. Dafür ist sie einfach zu lang und bietet unzählige Möglichkeiten das Fahrzeug endgültig kalt zu verformen. Wer hier mit dem Messer zwischen den Zähnen an den Start geht wird nicht nur sein Rennen vorzeitig beenden, sondern auch noch das der mitfahrenden Kollegen. Das wäre extrem bitter!
Fahrt vor allem die Einführungsrunde behutsam, denn auch hier fahrt ihr die ganze Runde und jeder Schaden am Fahrzeug wird sich auf der fliegenden Runde rächen. Zeitlich gesehen habt ihr maximal Zeit für 2 schnelle Runden. Mit einer abgebrochenen Einführungsrunde nur noch Zeit für eine schnelle. Achtet in Zweikämpfen aufeinander und lasst genügend Raum. Die schnellste Linie lässt nur Platz für 1 Fahrzeug und im Zweikampf müsst ihr daher Rücksicht nehmen um nicht beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.
Hier ist Gentleman likes Benehmen Trumpf!

Mike Roller

Isle of Man, oder: Die Hecke des Grauens!

Die Isle of Man. 24,7 Kilometer britische Rennkultur, landschaftlich reizvoll gelegen und vor allem: lebensgefährlich. 20 Fahrer des Gentlemen-Cups trotzen den Risiken und werfen sich mit ihren Wagen ins Gefecht, werte Freunde des gepflegten Rennsportes. Doch die Unbilden schlagen gnadenlos zu: die Schwerkraftgesetze einer Rinderwahn-Insel; Geisterhäuser; whisky-umnachtete Briten und Kühe, und vor allem die mysteriöse Hecke des Grauens..

Frank Schuster legt in Rennen 1 die Meßlatte vor: 8,58 Minuten. Gefolgt von Thomas Weber geht es in Runde 1, doch sowohl Webers 250 GTO als auch Mike Horns E-Type ziehen an Schuster vorbei, der seinen Ferrari nur mühsam in Fahrt bekommt. Weiter hinten verbeult Mark Ackermann seinen Shelby, kämpft sich aber vor. Mike Horn nutzt die Zeit nach einigen Runden für einen publikumswirksamen 360°-Schlenker - allerdings vertikal, was ihn auf Platz 11 wirft. Olliver Kilian versucht, bei einem hübschen englischen Mädchen zu fensterln, vergisst aber vorher auszusteigen, was sein Wagen ihm kurz vor dem 1.Stock etwas übel nimmt. Platz 12. Wolfgang Rollers GTO quittiert auf Platz 5 liegend den Dienst, der Erfolgsdruck war offenbar zu hoch. Peter Kilian rast der Spitze entgegen, killt seinen Wagen aber fast irisch in landschaftlich reizvoller Umgebung, staut dadurch das Feld etwas, um mehr Spannung zu erzeugen. Auch Jürgen Dost muß seinen aristokratischen Boliden abstellen, das Karma fehlt, als auch die Verbindung zu Medium und Internet.

Leo Kuhn weicht in die Wiese aus, versucht mit seinem Aston Martin etwa 27 Bäume zu fällen, letzlich schlägt Eiche den Sechszylinder. Sebastian Gerhart verspürt Lust auf eine Nickerchen, checkt samt Wagen im nächstgelegenen Hotel ein. Nach dieser doch recht ereignislosen Runde starten die verbliebenen Fahrer den zweiten Umlauf. An der Spitze mischt nun Daniel Plüss im Healey tapfer mit, Weber führt vor Schuster, Horn wieder 4.; Mark Ackermann befällt eine kurze Leseschwäche. Als er das Schild mit der Aufschrift "Ballacraine" lesen kann, befindet es sich unmittelbar vor seinem Scheibenwischer, was man von seinem Motor nicht behaupten kann, der ruht in sich selbst. Michel Groteclaes prügelt seinen 250 GTO waghalsig über den Track, bis ihm diese Mauer in den Weg springt. Sein linkes Vorderrad kann noch ausweichen, der Rest des Wagens nicht mehr, was dieser mit letalem Seufzen quittiert. In Runde 3 erwischt es Olliver Kilian. Ein eher unauffälliger, 3facher Überschlag mit mehrfachen Einschlägen führt zu einem minimalem Kontroll- und Orientierungsverlust, und plötzlich ist sie da, die Hecke des Grauens: undurchdringlich, lückenlos, und man befindet sich grundsätzlich jenseits der Strecke. Das Aus für Olli. Marcel Schümmer fährt derweil in die Box, lässt sich eine Heckenschere geben. Eine Runde später verschlägt es auch Dominik Piepers Mercedes ins Grün, und wieder fordert die Hecke ein Opfer!
Nach 4 Runden retten sich Weber, Schuster und Plüss aufs Treppchen, 8 weitere Fahrer dürfen sich als Überlebende bezeichnen - aber nicht alle Wagen.

Doch in Rennen 2 soll alles besser werden. Weber auf Pole mit sagenhaften 8:54 min. Am Start zieht Horn im Jaguar vorbei, doch italienische Testeron-PS sichern Weber weiter die Spitze. Doch schon schlägt die Hecke wieder zu: Leo Kuhn wird Tage später verwirrt und zerzaust aufgefunden, sein E-Type bleibt verschollen. Kurz darauf verspürt Sebastian Gerhart den unbändigen Drang, eine Wolke zu küssen, die Landung glückt nur, weil Oliver Kilian seinen Triumph selbstlos unter den darnieder schießenden SWB wirft. Das daraus resultiernde Chaos nutzen Wolfgang Roller, Marcel Schümmer und Oliver Kilian, um ihre Autos spontan unkenntlich zu machen.

Eine Runde später, Weber führt noch immer, befindet sich Mark Ackermann im engen Zweikampf mit dem genesenden Wolfgang Roller. Doch das Jagdhorn hörend, schließt sich Mark Ackermann mitsamt seinem Shelby einer abseits der Strecke stattfindenden Fuchsjagd an. Leider beendet ein Ladung 12er Schrot per Shelby-Blattschuß seinen Versuch, die mysteriöse Hecke zu fassen. Diese greift sich in der letzten Runden seinen Vater Gert Ackermann, der völlig von der grünen, dornenbewehrten Mysterie ergriffen wird und ausfällt. Weber gewinnt auch diesen Lauf souverän, Schuster wird 2. vor Mike Horn.

Driver of the race

Und die Hecke? Diese gewinnt den Driver of the Race-Award, aufgrund der Tatsache, das sie umweltfreundlich in Rekordzeit ohne Blessuren die Strecke umrundet hat.

Zitat: "Wenn man mir genug Zeit gibt, kann ich sehr spontan sein!"