GTLegends and friends

Fuji 1970

Erstmalig in der Geschichte dieser Serie fahren wir nicht in Nordamerika oder Australien. Es zieht uns nach Japan, wo mit dem Fuji Speedway eine ganz besondere Herausforderung auf uns wartet. Wo sich sonst Nissan, Mazda und Konsorten duellierten kehrt jetzt der American Thunder ein - und das macht richtig Spaß!
Für seine Steilkurve ist das alte Fuji weltberühmt, in den schweren Ami-Schlitten ist dieser Streckenabschnitt allerdings regelrecht beängstigend. Nach der unglaublich langen Zielgeraden geht es mit
über 250Km/h relativ plötzlich in Schräglage. Die daraus resultierende extreme kompression der Federung wird nicht von allen Wagen gut weggesteckt. Einige verlieren Haftung auf der Vorderachse, andere setzen heftig auf. Der 71er Camaro reagiert am gemeinsten und verliert - wenn man nicht das Gas lupft - alle Haftung auf der Hinterachse. Wenn hier etwas passiert gibt es kernschrott. Insofern sei euch vor allem für's Rennen angeraten, die Passage nur mit 90% zu nehmen, in Parallelfahrt mit einem Kontrahenten noch vorsichtiger.

Nach der Steilkurve folgt die gefährlichste Bremszone, mitten in einer langen Kurve. Wenn hier die Vorderräder blockieren geht es geradeaus in die Planken. Hier profitieren vor allem der 71er Camaro und der Dodge Challenger mit ihrer ausgezeichnet dosierbaren Bremse. Im Anschluss wandelt sich das gesicht der Strecke. Sie wird deutlich schmaler und besteht aus weiten, flüssigen Kurven. Was die leistungsschwächeren Fabrikate auf der Geraden verloren haben, können sie hier wieder aufholen. Die Passage vor der letzten Kurve erfordert nochmals größte Vorsicht. Sie ist sehr eng, geht fast mit Vollgas und hat nach der winzigen Auslaufzone tödliche Mauervorsprünge. Auch hier ist weniger mehr.

Man sieht also: gewinnen wird nicht unbedingt der schnellste Pilot, sondern der mit der vernünftigsten Risikoabwägung. Das könnte sehr, sehr interessant werden! Auf Fuji haben wir eine sehr starke Spitze aus fast gleichschnellen Wagen. Boss Mustang, Challenger, Camaro, Falcon, Charger und Javelin liegen innerhalb von zwei Zehnteln. Dahinter gibt es einen kleinen Sprung zum ebenfalls sehr dicht zusammenliegenden Rest des Feldes. Lediglich der 65er Mustang und der Cougar sind mit ihren leistungsschwachen 4,7 Liter - Fordmaschinen spürbar nach hinten abgeschlagen, etwas mehr als eine Sekunde hinter der Spitze. Nicht berücksichtigt ist dabei aber, dass sich hier enorm viel über Windschatten herausholen lässt.
Wir können also mit vielen schönen Duellen und einigen Überraschungskandidaten weit vorne im Feld rechnen!