GTLegends and friends

Maze Sea

Von Australien aus geht es direkt nach Norden: die kleinen Tourenwagen fallen in Japan ein. Der Maze Sea Circuit befindet sich in einem engen Bergtal an der Westküste Honshūs, mit fantastischem Seeblick und beachtlichen Höhenunterschieden für einen so kurzen Kurs. Unterm Strich handelt es sich um eine der langsamsten und verwinkeltsten Strecken der Saison - und um eine Strecke, auf der mit der richtigen Linienwahl und Cuttechnik mehr steht und fällt als irgendwo sonst. Maze erfordert Training: vor allem in der ersten Schikane mit ihren mörderischen Curbs, die ein bisschen an Imolas Variante Alta erinnert, liegen Bestzeit und Abflug dicht beieinander. Auch auf den anderen Curbs sollte man äußerste Vorsicht walten lassen: die empfindlicheren Wagen fahren hier desöfteren auf 2 Rädern und liegen, wenn man es übertreibt, auch mal auf der Seite.

Ansonsten gibt es in Maze eigentlich nur noch die eigenwillige Boxengassenanordnung zu beachten. Vom am tiefsten gelegenen Punkt im Fahrerlager fürt im spitzen Winkel rechts ein kleiner Tunnel in die Boxengasse - auf Anhieb etwas schwer zu finden. In Mazes engen Kurven ist es von Vorteil, mit dem Heck spielen zu können. Deshalb haben auch die quirligeren Fabrikate hier die Nase vorn. Allen voran stürmt wieder der Alfa, ist diesmal aber erstaunlich dicht gefolgt von den beiden Heckmotorfahrzeugen - endlich mal eine Strecke, wo auch der NSU ganz an der Spitze mitmischt. Dichtauf folgt der Fulvia, der sich hier ganz wunderbar in die engen Kehren hineinbremsen lässt und vor allem in der ersten Schikane mörderisch geht - wenn man nicht mit dem Unterboden aufsetzt. Twini Mini und Cortina reagieren auf dieser Strecke etwas träge und verlieren immerhin eine gute halbe Sekunde auf den Alfa. Ganz hinten muss sich der Vitesse einordnen - nicht aus Gründen der Straßenlage, sondern weil der hochgezüchtete Sechszylinder zu wenig Drehmoment aus den Ecken heraus produziert. An der Spitze müssen wir in jedem Fall mit 1:07er Zeiten rechne

Dominik
Zuerst mochte mir die Strecke ja nicht gefallen, mit zunehmender Rundenanzahl wurde es aber immer besser und letztlich hat es wirklich Spaß gemacht den Alfa um die Kurven zu prügeln. Der Anspruch auf der Strecke war auf jeden Fall recht hoch, man konnte in fast jeder Kurve durch einen kleinen Fehler sich die Runde oder sogar das Rennen versauen.
Im ersten Lauf ging es dann direkt von Pole los und ich konnte den Vorsprung zügig ausbauen da man sich hinter mir wohl noch nicht einig über die Verfolger-Reihenfolge geworden ist. Nach einigen Runden ist meinem Alfa wohl langweilig geworden und er dachte sich jetzt fordern wir den purschen am Lenkrad mal etwas ... erste Schikane über den inneren Curb geholpert zu weit nach außen quer halb in die Wiese und nochmal komplett über die Strecke in Richtung Wald. Nach dem Motto "Hecke auf ... Auto rein ... Hecke zu" stand ich nun da im Dickicht und wusste nicht mehr wo vorne und hinten ist. BangHead Nach einigen Sekunden der Orientierungslosigkeit hatte ich den Motor wieder gestartet, wuchtete den Alfa aus der Botanik und nahm die Verfolgung auf Position 11 oder 12 wieder auf. Die ersten paar Kurven musste ich wohl den Dreck von den Reifen fahren, denn der Alfa war nur am untersteuern. Eventuell lag es auch an der Wut über mich selbst und dem willen unbedingt wieder nach vorne zu fahren, wodurch ich etwas übermotiviert jede Kurve zu spät anbremste. Es dauerte etwas bis ich mich wieder gefangen hatte und im Harakiri Rythmus langsam wieder durchs Feld nach vorne fuhr. Einen Dank an dieser Stelle an meinen Teamkollegen der mich zweimal super schnell durchgewunken hat, ohne hätte es am Ende nicht mehr für P2 gereicht. Denn gegen Rennende gelang es mir die 10sec auf Achim zuzufahren und in den letzten zwei Runden wurde es dann nochmal richtig heiß um P2. Ich hab alles aus dem kleinen rausgequetscht und konnte letztlich auch durch einen Fehler in der vorletzten Runde von Achim profitieren. Bist sau stark gefahren, nicht schlecht.
Den zweiten Lauf fasse ich mal kurz: Start/Ziel Sieg, nun mit etwas weniger Risiko. Das Setup war etwas langsamer dafür aber auch gutmütiger als im ersten Lauf.