GTLegends and friends

TC65 Masters

Oliver Kilian:

Die neueste Serie im breiten GTL-Spektrum der Racersleague bringt die "ganz alten" Zeiten zurück auf den Bildschirm, und sie lässt es - was die Fahrzeuge betrifft - relativ ruhig angehen. Das unterscheidet sie radikal von den anderen GTL-Formaten, die mit feuerspeienden Hubraum-monstern oder mörderischen Drehzahlen an den Start gehen, mit genug Leistung jedenfalls um das reine auf der Strecke halten der Wagen zur Hauptaufgabe zu machen.
Die TC65 Masters sind anders. Hier werden die kleinen Tourenwagen der 60er Jahre gefahren, federleichte, seriennahe Fahrzeuge mit weniger als zwei Litern Hubraum und höchstens 180 PS.
Schneller als 200Km/h werden sie nicht, sie haben gute Bremsen, keine Slickbereifung und dadurch ein durchaus forderndes, aber doch sehr eingänglichem Fahrverhalten.
Die Entscheidung für diese eher unspektakulären Fahrzeuge verleiht der Serie ein ganz eigenes Gesicht und eigene Herausforderungen. Wo es sonst darum geht, sein Renngerät überhaupt auf der Strecke zu halten, die Reifen zu schonen und vor allem genug Traktion am Kurvenausgang bereitzustellen ist es hier eine weiche, flüssige Fahrweise, die besonders zählt. Bei so wenig Leistung geht es darum, den Schwung zu halten. Das wird Piloten nach ganz vorne spülen, die bei anderen Serien vielleicht nur im Mittelfeld landen. Wir finden das außergewöhnlich reizvoll.
Zugleich sind die meisten der hier wählbaren Fabrikate auch GTL-Neueinsteigern relativ schnell zugänglich und werden erst bei der Jagd auf die letzten Zehntel wirklich "zickig". Endlose Trainingssitzungen wie in vielen anderen Serien sind nicht erforderlich. Und: die Wagen passen exzellent zueinander. Sie beschleunigen ähnlich und liefern nahezu identische Rundenzeiten, fahren sich dabei zugleich aber so unterschiedlich, dass für wirklich jeden etwas dabei ist.
Durch diese Mischung entsteht ein in der GTL-Geschichte noch nie dagewesenes Zweikampfpotential, das durch das Format aus zwei halbstündigen Sprintrennen am Freitagabend noch unterstützt wird. Zusammen mit einer Bepunktung in Einerschritten für den Zieleinlauf ist das ein Garant für zahllose Überholmanöver, rundenlange Duelle und Spannung auch in der Tabelle bis zum Meisterschaftsende.
Die Strecken fügen sich harmonisch in das Serienbild ein. Es müssen nicht immer die großen, spektakulären Namen sein. Die TC65 Masters entführen uns auf kleine, unbekannte Kurse in aller Welt, deren Namen man vielleicht noch nie gehört hat, in die man sich aber schon nach einer Runde verlieben wird.
Dieses lockere Flair macht die Serie aus und zeigt, worum es hier vor allem geht: ums fahren und Spaß haben miteinander, um die freude an skurrilen kleinen Autos und Strecken, nicht unbedingt darum am Ende zu gewinnen sondern vielmehr darum, im Laufe des Rennens ein paar tolle und faire Duelle gehabt zu haben. Und seien wir ehrlich: in gewisser Weise macht das diese Serie nur noch realistischer.

34 eingeschriebene Fahrer

Ramon Peter K. Mark Frank W. Olli Wolfgang
Mike Robert Michel B. Dominik Mike H. Sebastian
Dete Tobias Robby Nato Jürgen Frank S.
Dani Lars Gert Leo Socke Tim
Jochen R. Marcel S. Achim Joachim Volker Johannes
Josef Thomas Balu Nico    
Fahrzeuge
Die Wagenwahl ist dabei auf maximale Abwechslung ausgerichtet - wie in der 2LTCC haben wir einen wahren Krieg der Konzepte. Gemein ist ihnen allen der spärliche Hubraum, die eher geringe Leistungsklasse im Bereich von 140-180 PS und die federleichte Konstruktion.
Dementsprechend beschleunigen sie annähernd gleich und erreichen allesamt eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 200 Km/h. Ansonsten aber wird es bunt: Front-, Heck- oder Allradantrieb, der Motor vorn oder hinten - oder sogar beides. Es sind schöne und zum Teil sehr skurille Fahrzeuge, jedes mit einem ganz eigenen Fahrgefühl, das aber immer die Agilität der 2LTCC-Boliden mit dem driftfördernden Grenzbereich historischer Reifenmischungen vereinigt und so für mörderischen Spaß sorgt.Wenn man möchte, kann man sich an diesen Wagen nach alter Schule austoben, es so richtig brennen lassen ohne gleich einen Abflug zu riskieren. Das macht diese Serie so attraktiv auch für GTL-Neueinsteiger und eher unsichere Piloten, die sich schnell mit ihrem Fahrzeug anfreunden werden. Im gleichen Zug müssen sich die versierteren Piloten nicht langweilen, denn am absoluten Limit
werden auch die TC65er sehr hinterlistig. Die größte Herausforderung besteht hier in der im Vergleich zu bisherigen Serien ganz anderen Fahrweise, die nötig ist um wirklich schnell zu sein. Bedingt durch die geringe Leistung kommt es hier weniger darauf an, genug Traktion
bereitzustellen oder den Wagen überhaupt auf der Strecke zu halten.
Hier zählt es, den Schwung zu halten - eine weiche, saubere Linie zu fahren, am Kurvenscheitelpunkt möglichst schnell zu bleiben und so früh wie möglich wieder aufs Gas zu gehen.

Wie gesagt: man kann diese Wagen prügeln wie ein Verrückter - die wahre Kunst besteht darin auszumachen, wann es kontraproduktiv wird.