GTLegends and friends

Nürburgring GP

Das Saisonfinale steht vor der Tür und wir sind zu Gast in der wunderschönen Eifel. Dem Formel 1 Zirkus wurde das Startgeld von 14.000.000€ erlassen. Wahrscheinlich, weil er selbiges wohl durch Eintrittskarten und Merchandising nicht hereinbekommen würde. Ein Jammer das Banken, die Politik und miese Finanzheinis (Nichtskönner) dem Nürburgring und seinem Ruf so schaden konnten und mit 2 blauen Augen davon kommen. Aber dies soll uns nicht weiter belasten. Wir benötigen für unsere alten Schätzchen kein Ringwerk, keine Kartbahn, keine Erlebniswelt, kein unnötiges Eifeldorf mit Diskothek und auch keine Hightech-Glashaus-Boxenperipherie. Was wir brauchen findet sich im alten Fahrerlager.Eine ölverschmierte Garage mit klapprigem Blechtor. Zur Not gehen auch Carport und Zelt auf einem Parkplatz.

Eröffnung des Nürburgrings war 1927. Für uns Motorsportverrückte ein denkwürdiges und zu feierndes JahrFrüher spielte es keine Rolle wo oder wie, sondern das man da war, teilnahm und sein Bestes gab. Wilkommen am Nürburgring der 70er Jahre, als es dem Motorsport und vor allem dem Breitensport auf privater Basis noch gut ging. Als Enthusiasten mit all ihrem Ersparten ihrem Hobby fröhnten. Abseits des Formel 1 Rummels.
Wo sind wir? Ahhhja in der Eifel am Nürburgring. Aber nicht an der altehrwürdigen Nordschleife mit all ihren unglaublichen Geschichten. Nein, wir werden uns auf dem GP-Kurs austoben. Eigentlich einer schönen Streckenanlage der 80er Jahre mit einem unschönen neuen Teil der 2000er Jahre. Ihr wisst nicht was ich meine? Ich meine natürlich die Mercedes Arena. Ein kleines Kurviges Geschlängel das keiner wirklich braucht. Im Volksmund auch Haug-Haken genannt. Frei nach Norbert Haug dem ehemaligen Mercedes Motorsportchef. Herman Tielke aus Aachen zeichnet , wie auch für viele andere unansehnliche Strecken oder Streckenteile, hierfür verantwortlich.

Nun gut, kommen wir zum aktuellen Geschehen und dem Grund unseres Besuches. Auf dem Programm stehen die beiden letzten Läufe zur Racersleague.com GTL Pro Meisterschaft mit ihren tollen alten Rennfahrzeugen der 70er Jahre. Der Nürburgring GP Kurs dürfte jedem Formel 1, DTM oder VLN Fan bekannt sein. Dann brauche ich hierzu ja nicht allzu viel zu erzählen.

Vielleicht doch eine Kleinigkeit aus der Vergangenheit. Damals als es Nord- und Südschleife zu bezwingen galt fuhren wagemutige Piloten in ihren fliegenden Kisten. Verwegene Männer, Schönlinge und ganz normale Jungs mit Lederhandschuhen, Lederkappe und Pilotenbrille, deren Gesichter nach den Rennen ringsum schwarz waren. Wenn sie die Brille auszogen konnte man erkennen wie schwarz der Rest um die Augenpartie wirklich war. Als die Fahrzeuge noch nicht so schnell fuhren gab es auf den Streckenteilen tolle Rennen. Helden unserer Grossväter wie Hermann Lang, Rudolf Caracciola, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Bernd Rosemeyer, Juan Manuel Fangio, Jim Clark oder Manfred von Brauchitsch, um nur einige zu nennen, fuhren hier Rennen. Nach schweren Unfällen in der Folgezeit und dem Feuerunfall Niki Laudas 1976 war es um die Formel 1 am Nürburgring geschehen.

Der Bau einer neuen Strecke wurde geplant und veranlasst und herauskam der 1984 eingeweihte Nürburgring GP Kurs. Das Einweihungsrennen wurde auf identischen Mercedes Benz 190 E 2,3 16V gefahren. Dort nahmen aktuelle Formel 1 Fahrer und Weltmeister teil. Gewonnen hat dieses Rennen übrigens der junge und da fast noch unbekannte Toleman-Hart Fahrer Ayrton Senna (da Silva).
Die etablierten Fahrer der Fomel 1 schauten nicht schlecht. Unter ihnen z. B. Niki Lauda, Alain Prost, Hans Hermann, Stirling Moss, Emerson Fittipaldi. Von dem jungen Mann sollten wir noch viel zu hören und zu sehen bekommen. Am Ende war es zu wenig. Schluss mit dem Exkurs in die Vergangenheit. Versuchen wir erneut den Sprung in die Gegenwart. Zumindest was die Fahrer und nicht ihr Material angeht. Auch unsere Fahrer sind verwegene Typen die die ein oder andere Schlacht auf der Strecke schon ausgetragen haben.

Hervorstechend in dieser Saison und jetzt durchaus Titelanwärter sind 3 Herren deren Vorlieben für Fahrzeuge nicht unterschiedlicher sein könnten. Der erste Fahrer, unser diplomatischer Eidgenosse, liebt leichte und quirlige Fahrzeuge mit tollen Fahreigenschaften, Renner die auf jede feine Bewegung am Lenkrad oder den Pedalen reagieren. Der zweite, unsere Berliner Schnauze, hegt andere Vorlieben. Er mag es lieber herb. Heavy Metall auf der Karosserie-Haben-Seite und fette Motorleistung auf der Motorenseite verkörpern vielmehr sein Verständnis eines Rennwagens und nicht zuletzt seine Vorlieben. V8 Rock'n'Roll! Diese Leidenschaft teilt er allerdings mit dem dritten Fahrer in diesem Bunde. Denn auch ihm liegen Motoren amerikanischer Herkunft ebenso wie die schwungvollen Linien und guten Fahreigenschaften eines BMW Coupes.

Gemeint sind:

Dani - der 02-Tanzgott - Spitzname: Olli - Herrscher über nie genug PS - Motto: Jochen R. - Dirigent am Joystick - Spitzname:
Mr. ich stapel gerne tief Quer geht mehr Mr. Bremse

Interessant wird sein wie sich die brachiale Corvette und der eigentlich starke CSL gegen den leichten und wendigen 2002 Tii schlagen werden. Auf dieser Strecke haben sie gleich gute Chancen. Die anderen Fahrer haben nun während der Saison nicht in der Nase gebohrt, wurden aber durch einige kleinere Probleme daran gehindert weiter oben im Classement zu stehen. Die einen, weil sie die Verbindung zu ihrem Fahrzeug verloren. Die anderen waren einfach zur falschen Zeit an der falschen Stelle der Strecke und verknteten ihre Autos oder landeten im Kies. Wiederum andere, ich wurde gebeten keine Namen zu nennen, traten teilweise bei einigen Rennen gar nicht erst an. Man munkelt sie hätten schnell auf die Toilette gemusst oder haben schlicht ein Nickerchen gemacht...... Gr. 5 CSL, Commodores und die Porsche Armada haben Federn gelassen auf Strecken die nicht ganz ihrem präferierten Einsatzgebiet entsprachen. Dennoch konnten manche ein Rennen gewinnen und andere Achtungserfolge verbuchen. Aber vorne spielt die Musik.
Was können wir also am Nürburgring erwarten? Auf jeden Fall 2 spannungsgeladene Rennen und sollte mich der Tabellenstand exklusive Streicher und Abzüge wegen Fahrzeugwechsels nicht täuschen wird es an der Spitze ziemlich heiss her gehen. Für mein Empfinden ist der Grand Prix Kurs eine dankbare Strecke auf der jedes Fabrikat gute Chancen haben sollte den drei Führenden in der Meisterschaft noch mal in die Suppe zu spucken. Ob das am Ende fair ist, darüber obliegt es jedem einzelnen sich Gedanken zu machen. Natürlich liegt es auch an Olli, Dani und Jochen selbst das Bestmögliche aus ihren Rennern heraus zu holen, den anderen keine Chance auf ein Wegschnappen der Punkte zu ermöglichen, um so den Pokal und den Ruhm für eine harte Saison mit nach Hause zu nehmen. Ich für meinen Teil hoffe keine langweiligen Rennen mit Solofahrten zu erleben, sondern spannungsreiche, vor Rennaction triefende Rennen mit Benzin geschwängerter Luft. Dürften wir noch mit Methanol fahren, ich befürchte einige würden es tun.
Mit diesen Worten beende ich die Vorschau auf den Nürburgring Grand Prix Kurs und hoffe auf rege Teilnahme und ein klasse Saisonende.