GTLegends and friends

Chapter Three: Knockhill, Schottland

Entspannt ließ die junge Frau den Tag angehen. Schottland hatte ja nicht viel Glamouröses zu bieten, aber Ruhe und Natur, das hatten sie. Seit drei Tagen harrte sie hier auf West Lethans Farm aus, nahe der A823, nur eine halbe Meile vom Knockhill Race Circuit entfernt. Kein Hotel, sondern eine Farm mit gefühlten 400 Lämmern und etwa 80 Kühen. Es roch sehr ländlich, um es mal diplomatisch auszudrücken. In Kürze würden die Fahrer der Racersleague wieder die kleinen Tourenwagen brüllen lassen, und das wollte und durfte sie sich nicht entgehen lassen. Ihr Boss, Bernie Ecclestone, hatte es sich in dem altertümlich anmutenden Davaar House Hotel gemütlich gemacht, ein imposantes kleines Hotel in der 126 Grieve Street in Dunfermline. Er hätte den Laden auch kaufen können, als Wochenendhaus für seine Hunde, am Geld hätte es nicht gemangelt. Knickerig wie der alte Mann nun mal war, musste sie sozusagen undercover auf einer Farm wohnen. Passte hier zu Schottland. Träge stand sie aus dem Bett auf und schlüpfte in die Steve-Urkle-Pantoffel an ihrem Bett. Quietschend tapste Sie nun ins Bad, um sich anzuziehen. Mittagszeit, Bernie würde gleich anrufen. Ein nostalgisches Klingeln riss sie aus ihren Gedanken. „Tja, Bernie ist Frühaufsteher….“, seufzte sie und griff zum Telefonhörer. „Hallo, Boss. Mache mich gerade rennfertig. Wer bin ich denn heute? Dieses Spionage-Getue macht auf Dauer schizophren.“ Am anderen Ende der Leitung war ein gackerndes Lachen zu hören. „Meine Schöne, das wirst Du noch etwas aushalten müssen. Die ersten Infos habe ich schon über diese Racersleague-Truppe, die Rennserie gewinnt weiter an Aufmerksamkeit. Meine ersten Störfeuer sind leider verpufft, die Jungs können improvisieren, alle Achtung. Du wirst also noch etwas im Spiel bleiben müssen.“ Gelangweilt manikürte sie ihre Fingernägel. „Also, was soll ich tun?“ Bernie schnaufte laut, bevor er antwortete:“ Etwas mehr Begeisterung. Du wirst diesmal als Shawnia McYlufniernessy auftreten. Papiere und Presseausweis der BBC. Ist hier in der Heimat zum Glück einfach, meine Beziehungen spielen zu lassen. Ich muss wissen, welche Schwachpunkte die Serie hat, wo ich ansetzen kann, um den Laden zu übernehmen. Also, wir machen es so…..“

Gert Ackermann war heute einfach gut drauf. Schottische Weiten, englisches Wetter, amerikanisches Essen (McDonalds sei Dank!), deutsches Auto und italienischer Wein. Konnte doch nix mehr schief gehen. Pfeifend wanderte er die Strecke entlang. Eine putzige Berg- und Talfahrt, ähnlich Charade, nur enger und rauer. 10 Meter Streckenbreite, knapp 2 Kilometer lang, und einen Höhenunterschied von 60 Metern im Verlauf einer Runde. „But it´s great fun!“, soll die italienische Tourenwagen-Entdeckung Fabrizio Giovanardi im Rahmen des BTCC-Rennens gesagt haben. Spaßiges Volk, diese Italiener. Kochen können sie, Wein machen auch, und schöne Autos bauen. Nur nicht allzu haltbare. Der Alfa Romeo GTAm seines Sohnes Mark rostete nicht, er zersetzte sich förmlich bei dem feuchten Insel-Klima hier. Die Kunst war es, schneller zu fahren als der Rost. Sein Opel Kadett zeigte sich da deutlich robuster. Am Zielstrich bog er in Paddock 1 ab, und schaute in seiner Box vorbei. Horst Witteler, sein Mechaniker, zauberte wieder. „Na, Horst, wie sieht es aus. Klappt alles oder soll ich dich mal drücken?“ Ein Grunzen unter dem Opel ließ sich sowohl als Ja oder Nein interpretieren. Horst rutschte unter dem Wagen hervor. „Läuft. Rosten tut er nicht dank guter irischer Butter. Den Motor brauchte ich nicht bearbeiten, der rennt wie Hulle. Hab die Zugstufe der Dämpfer einen Klick hochgesetzt, den vorderen Stabi etwas weicher gemacht. Sollte in dem Kurvengeschlängel hier stabiler sein. Reifendruck müssen wir mal gucken. Die Strecke hier ist so uneben, das kannst Du den Latsch der Reifen schlecht voraussagen, also auch den Grip nicht beurteilen. Fahr also einfach vorsichtig.“ Gert nickte gütig. Vorsichtig? Aber doch nicht ein Ackermann! Gert betrachtete die Aufzeichnungen des Trainings. Die Reifentemperaturen waren alles andere als erfreulich. Es war einfach zu kalt hier. „I´ll do my very best, Miss Sophie. Die Rollers müssen hinter mir bleiben, das ist wichtig. Familienehre!“ Horst stutzte. „Habt ihr hier so eine Art Familienfehde laufen?“ Gert lachte. „Nein, alles harmlos. Ist mehr so ein Running Gag. Mit den beiden fighte ich sonst am meisten im Rennen. Im Moment scheinen beide aber noch nicht in Fahrt zu kommen. Ich muss die beiden mal drücken, damit ich am Drücker bleibe. Sonst wird’s im Rennen eine Drückerkolonne…..“. Er drückte Horst die halbleere Weinflasche in die Hand und verschwand Richtung Toilette. Horst musste grinsen. Verrücktes Huhn. Aber der Gert wurde immer besser, fuhr schon konstant im Mittelfeld rum. So machte es Spaß. Hoffentlich lief dieses Wochenende alles glatt, nicht solche Vorfälle wie in Frankreich. Sonst war alles für die Katz. Apropos Katze…rannte das fette Vieh auch wieder hier rum?

Startplatz 18. Gert schien ganz zufrieden zu sein. Der Opel Kadett C GT/E lief wie geschmiert. Buchstäblich. Roch etwas nach angebrannter Butter beim Bremsen, aber sonst alles tutti. Der Startschuss zu Rennen Eins. Seine Position konnte Gert gut halten, obwohl es von hinten gut drängte, und das lag nicht am Essen. In Runde drei schossen allerdings Michel Groteclaes und Reto Karlein vorbei. Allerdings nur kurz, als er an Retos rauchendem Einsatzwagen vorbeirauschte. „Tja, die Fliehkräfte sind hier gnadenlos“, grinste Gert. Kurz darauf sah er die Rücklichter von Peiters Golf vor sich, der heimlich vorbeigehuscht war. Gelassen drehte Gert das Kofferradio lauter, das er mit Klebeband am Armaturenbrett befestigt hatte. Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich. Coole Mucke. Langsam wurde Gert bis auf Platz 22 durchgereicht, lautstark ´Legend of Xanadu´ mitgröhlend. Doch mit Hilfe von `Sweet Home Alabama´ und stärker durchgedrücktem Gasfuß schnappte er sich sogleich Wolfgang Roller. Recht ereignislos cruiste Gert also weiter durch die schottischen Highlands, bewunderte einige rauchende Trümmer am Strassenrand und bekam von der Box den dezenten, aber erfreulichen Hinweis, er sei bereits auf Platz 18. Als er an der karierten Flagge vorbeirauschte, sah er noch Edlbergmeier, Stingl und Pieper ausgelassen auf den Autos rumhüpfen. „jaja, diese Jungsspunde. Irgendwann merken die es auch noch: Für Hektik haben wir alten Hasen keine Zeit! Und dann überhol ich sie…..“, lächelte Gert Ackermann geheimnisvoll in seinen Bart.

Beyonce war den Tränen nah. Eigentlich sollte sie ja beim Superbowl singen. In den USA. Nun stand sie hier im englischen Hinterland und wusste nicht, wohin. Der Pilot des Privatjets hatte was von Umweg gefaselt. Aber bis nach Schottland?? Der Typ hatte bestimmt einen Globus nur von England. Idiot. Sie stapfte wutentbrannt Richtung der Gebäude im Hintergrund. Knockhill Raceway. Eine Rennstrecke. Da sollte sie doch einer flott zum Flughafen bringen können. In der Boxengasse rollte ihr ein blauer Mazda entgegen. Alte Kiste, aber irgendwie cool. Sie winkte heftig und stellte sich vor den Wagen. Der Fahrer stieg aus und grinste sie freundlich an. „Kann ich Ihnen helfen, M´am?“ „Ja, ich müsste zum Flughafen. Können sie mich eben dahin bringen?“ Beyonce setzte ihr bezauberndstes Diva-Lächeln auf. „Sorry, ich fahre jetzt ein Rennen. Keine Chance. Aber werdet ihr vom Reinigungspersonal nicht eh mit einem Bully abgeholt?“ Der Fahrer mit dem Namen Frank Schuster auf dem Rennoverall blieb unbeeindruckt freundlich. Beyonce war im ersten Moment sprachlos. Reinigungspersonal? Ich? Wusste der Hinterwäldler nicht, wer sie war? „Äh, ich bin Sängerin. Kennen Sie mich nicht?“ Frank überlegt kurz. „Nicht das ich wüsste. Aber dran bleiben, vielleicht klappts ja noch mit einer Karriere. Bist ja recht ansehnlich. Da geht vielleicht was.“ Frank wandte sich zum Gehen, doch Beyonce hielt ihn am Ärmel fest. „Ich bin Beyonce. Die berühmte Sängerin. Haben Sie noch nie von mir gehört?“ Sie war völlig außer sich. Frank drehte sich um, lächelte den Superstar an – und drückte ihr fünf britische Pfund in die Hand. „Bitte, Mädel. 3,80 £ für den Bus, der Rest für einen Spiegel.“ Sprach´s und setzte sich wieder in seinen Mazda RX3, der heulend davonfuhr. Die Sängerin sackte in der Boxengasse zusammen. Unerkannt? Das war ihr noch nie passiert. Während sie so da hockte und schluchzte, kam Ramon Hofer vorbei. „Junge Frau, was ist los? Oha, hat Ihnen mal jemand gesagt, dass sie wie ein berühmter Star aussehen? Ich komme nicht auf den Namen…..?“ Hoffnungsvoll blickte Beyonce ihn an….. „Ah, jetzt weiß ich es. Donna Summer. etwas Jünger. Kannste was raus machen. Probiers mal. Bis dann.“ Ramon lief pfeifend weiter, und Beyonce bleib heulend auf dem Asphalt zurück.

Frank Schuster starrte auf die Startampel. Rennen Zwei würde in wenigen Sekunden starten. Er stand auf Rang fünf. Die Spitze in Sichtweite. Licht ist aus, Gas geben. An Dominik Pieper kam er recht gut vorbei, jagte nun Josef Edlbergmeier hinterher. Einige Runden später saß ihm Pieper wieder im Nacken. Parallel rauschten beiden auf die letzte Kurve zu. Frank stieg spät auf die Bremse, was der Mazda mit einem bockigen Schwanzwedeln quittierte. Ein leichter Stupser vom überraschten Dominik Pieper, und Schuster stand nach eleganter 180°-Kehre im Kies. Zwei Plätze weiter hinten raste er dem Feld hinterher, bis ihm irgendwann die nette Information gereicht wurde, man würde ihn von Seiten der Rennleitung gerne mal für 10 Sekunden in der Box sehen. Die Streckenbetreiber hätten so viel Geld für Streckenbegrenzungsfarbe ausgegeben, und er ignoriere das dauernd. Also Stop & Go-Strafe, na super. Frustriert steuerte Frank die Box an. Wenig später sortierte er sich auf Rang 13 wieder ein, doch wenig später war seine physische Anwesenheit wieder ausdrücklich erwünscht. Wie sollte er erklären, dass ein Mazda weder was von Lenkbefehlen noch von weißen Linien auf dem Asphalt hielt? Auf so einen Kleinkram konnte er sich nicht auch noch konzentrieren. Platz 20. Es wurde immer besser. Mit Wut im Bauch rauschte er dem Feld hinterher und rollte die Hinterbänkler und das Mittelfeld systematisch auf. Peiter, Hallmann, Ackermann. Platz 17. Dede, Karlein. Platz 15. weiter bis auf Rang 11 vor, dann nach Dreher wieder zurück. Ein stetes Auf und Ab. Letzte Runde. Ramon Hofers Alfa genau vor ihm. Frank zieht im Windschatten heran, setzt an. Hofer, ob der Urgewalt in seinem Rücken etwas derangiert, pflügt sogleich den Kies in der letzten Kurve vor dem Ziel nochmal auf links. Frank nutzt die Gunst der Stunde und rettet sich als 13. ins Ziel. Langsam lässt er den Wagen ausrollen. Jetzt könnte ihm die Tusse von vorhin doch eigentlich einen Kaffee bringen. Wie hieß sie noch? Beyonce? Hatte er schon mal gehört. Sollte er mal seine Bekannte Kelly Rowland anrufen, evt. hatte die ja mal von Ihr gehört……

Schottischer Whisky. Scotch. Echt edles Tröpfchen. Detlef „Dete“ Preisig schaute leicht entrückt und verzückt die Ansammlung edler Sorten Gebranntes an. Die Schotten waren schon ein pragmatisches Völkchen. So viel Hochprozentiges im Gemeinschaftsraum eines Fahrerlagers. Verkürzt die Wege. Nach dem Rennen natürlich. Obwohl, die Reserven aus Frankreich waren leer, die Rennen gelaufen, der Nissan Skyline GTR war geräumig, also flugs zwei Flaschen unter die Jacke gepackt. Klirrend schlich er in seine Box, wo seine drei japanischen Mechaniker heftig schraubten. Fleißig, die Asiaten, sprachen leider kein Wort Deutsch, nur Japanisch. Vielleicht hatten sie deshalb nie seine Angebote einer Gehaltserhöhung nicht angenommen. Na, er hatte es wenigstens versucht. Grinsend sah er zur Boxengasse hinaus. Ramon Hofer, sein Landsmann aus der Schweiz, war gerade wehrloses Opfer eines Interviews. Allerdings ein bereitwillig wehrloses Opfer, wenn man sich die Reporterin ansah. Eine Augenweide. Da musste Dete doch gleich mal aktive Teilhabe an den Tag legen.

„Herr Hofer, in der Schweiz liegt noch genug Schnee zum Skifahren oder Snowboarden. Warum bevorzugen sie nun Schottland und Rennfahren?“ Die dunkelhaarige Journalistin drückte Ramon das Mikro fast ins Auge. Ramon bedachte sein Gegenüber mit einem Blick, der jegliche Bekleidung in Luft auflösen müsste. „Warum so förmlich? Wollen wir uns nicht duzen? In den Bergen und Rennstrecken fällt mir das „Sie“ schwer. Ich bin Ramon. Aber zurück zu deiner Frage: Ich bin ja brevetierter Snowboardlehrer und mag den Winter sehr sehr gern, aber Snowboarden und Skifahren machen nur bergab Spaß. Außerdem sind die Schneehasen dicker eingekleidet, als die Mädchen hier ,auch wenn die merkwürdig behaarte Beine und sehr männliche Züge haben.“ Die Fragestellerin, die sich mit Shawnia vorgestellt hatte, lachte laut auf. Ramon fuhr unbeirrt weiter fort: „Das Wichtigste sind jedoch die Fahrer, mit denen es unheimlich viel Spaß macht auf der Strecke um Plätze zu streiten. Ok, mit dem Alfa ist es meist nicht einfach, aber Schuld sind natürlich immer die Anderen! Ich mag den Alfa einfach.“

Shawnia McYlufniernessy schoss die nächste Frage gleich hinterher. „ Der Alfa Romeo GTAm ist dein großer Favorit. Mit den Rennergebnissen belegst Du das nicht. Woran liegt's?“ Gut dass du das ansprichst! Viele denken ja, der Alfa hätte zu wenig Leistung, ein schlechtes Fahrwerk, die Bremsen eines amerikanischen Fabrikats und er sei zudem unzuverlässig wie viele italienische Schönheiten. Aber schauen sie ihn sich mal an: So schön wie alle Schneehasen und Boxenmädchen zusammen. Und genau so fühlt es sich an wenn man drin ist... Also hinter dem Steuer sitzt und durch die Kurven driftet.“ Ramon wartete noch kurz die Wirkung der letzten Bemerkung ab. Die holde Braut schien es aber verstanden zu haben, der nun Alfa-roten Gesichtsfarbe nach zu urteilen.„In beiden Rennen war recht viel Aktivität um dich herum. Berichte doch mal“, fuhr sie fort. Ramon musste nicht lang überlegen: „Wie bereits erwähnt sind die anderen Fahrer der wichtigste Grund hier mit zu fahren. Da mag ich es mitten drin zu sein. Wollte ich alleine vorne weg fahren, hätte ich auch meine eigene Rennserie organisieren und keine weiteren Teilnehmer zulassen sollen. Ecclestone-mäßig wäre so was. Kennst Du Ecclestone?“ Shawnia verlor kurz die Fassung, nickte dann aber so heftig, das Ramon Angst hatte, das Esszimmer fiele gleich aus dem Unterkiefer. Er machte also einfach weiter: „Aber im Ernst: Die stärkeren Autos haben zwar leichtes Spiel auf den Geraden und die Fahrer wissen sich in den Kurven breit zu machen, aber genau das ist die Herausforderung, die ich suche. Alfa fahren macht mir schon ohne Zutaten Spaß, aber Freunde driftend durch Kurven zu überholen ist einfach fantastisch. „

Die nächste Frage schloss sich an: „Lief alles nach Plan. Sind sie zufrieden?“ Die Antwort war ebenso kurz: „ Ich hatte Spaß: Alles wie geplant!“

„Danach gehts nach Anneau du Rhin in Frankreich. Rot- oder Weißwein? .... Ähhh... Wie sind ihre Erwartungen?“ Die Sitzpinklerin wurde fordernd. Ramon machte es einfach: „Wein macht mich immer so hibbelig. Ich habe ein paar Kräuter aus der Heimat dabei, die mich beruhigen sollen; nicht dass ich unter übermäßiger Nervosität leide, aber man will ja kein Risiko eingehen.“ Ramon nickte freundlich, und verschwand sogleich in der Box. Dete hingegen schlenderte auf die junge Dame zu und legte gleich los: „Hallo, little girl. Ein paar Antworten vom alten Hasen hier gefällig?“ Shawnia schaute ihn erst verwirrt an, schenkte ihm sogleich ihr strahlendes Lächeln. „Gern. Dete Preisig? Es wäre mir eine Freude!“ Dete lächelte zurück. „Wie ich mich freue, können Sie sogar physisch sehen. Also los, fragen Sie!“ „Ein Hannoveraner Schweizer in Bayern lebend fährt Rennen in Schottland. Ist das eine gute Kombination?“ Dete überlegte kurz. „Generell ja, im Speziellen nein. Trotz der Nähe zum Meer, viel zu trockene Luft. Wobei...ein bisschen schottisch kann ich ja. Can you lent me your Ale, please.... oder...what have you vor in the evening, i have free.... - jedenfalls verstehen die das!“ Ein tiefer Blick seines Gegenübers folgte. „Auf Knockhill hat man permanent alle Hände voll zu tun. Eine durstige Strecke?“, säuselte sie. „Ich glaube, das habe ich schon beantwortet.“, feixte Dete. „In Rennen 2 war nach drei Runden Schluss mit Lustig. Wer war schuld? Der Scirocco oder die Gegner?“ Preisigs Antwort kam trocken und nüchtern: „Das Ale!“ Ein lautes Lachen quittierte diese ehrliche Antwort. „Mit dem Skyline in Rennen 1, ein Auto das dir eigentlich ganz gut liegt, lief auch nicht alles nach Plan. Was war los?“ Dete wurde ernst. „Quali gefiel mir gut, P2 mit 55,800, aber dann im Rennen hatte ich Kopfhörer auf, es lief die Cutting Crew... !“ „Nun die selbe Abschlussfrage wie bei Ramon. Jetzt gehts nach Anneau du Rhin in Frankreich. Rot- oder Weißwein? Wie sind ihre Erwartungen?“„Rotwein,... Nissan P4, Scirocco P8. Teamkollege Nils 2 x P5, der gewöhnt sich allmählich an die Karre, was ich gut finde.“, schloss Dete. „Danke, Dete. Dann viel Erfolg in Frankreich.“ Sprachs und entschwand Richtung Paddock 2.

Bernie Ecclestone war wütend. Man sah es ihm nicht an, aber die Raumtemperatur stieg, eine Art Aura umgab ihn. „Ich dreh der Alten den Hals um! Ich hol mir einen Hocker und hau ihr eine runter! Dieses Biest!“ Wutentbrannt stürmte er aus dem Büro. Lediglich eine Dose Katzenfutter rollte verloren über den Fußboden und blieb scheppernd liegen.